Jakob, der Hausadiener: geschrieben auf DjerbaEiner, der nur zu dienen begehrt

Sie mag etwas seltsam wirken, diese Geschichte des gewesenen Buchhalters Jakob G., der sich dies zum obersten Ziel gesetzt hat: ein mit Leib und Seele Dienender zu sein. Heutzutage! Wo doch beinahe alle Menschen ausschließlich danach zu streben scheinen, vorwärts, immer nur vorwärts zu kommen und zu Bedeutung zu gelangen!

Jakob G., gewesener Buchhalter, bewirbt sich telefonisch um die Stelle des Hausdieners auf dem Landgut von Madame B. Hier findet er die Erfüllung seines Lebens: ein mit Leib und Seele Dienender zu sein.

»Ein jeder Mensch«, sagt Jakob, »hat seine Bestimmung, er muss sie bloß finden. Und die meine besteht ganz offensichtlich darin, allein durchs Leben zu gehen und mich ganz und gar auf die Aufgaben zu konzentrieren, die man mir stellt. Wo es so viele gibt, die sich zum Herrscher berufen fühlen, müssen auch jene existieren, die nur zu dienen begehren.«

Dass sich jemand ganz auf das Dienen konzentriert in einer Zeit, in der diese vorbehaltlose Pflichterfüllung so sehr aus der Mode geraten zu sein scheint, mag auf den ersten Blick verwundern. Vielfach gehen heutzutage aber jene vergessen, die im Hintergrund still und korrekt ihre Arbeit verrichten.

Jakob ist ein Mensch, der angekommen ist. Und: Er lässt sich von seinem Weg nicht abbringen, als sich die Umstände dramatisch verändern. »Jakob, der Hausdiener« erinnert nicht zuletzt aber auch an alle jene Menschen, die nicht Geschichte schreiben wollen.

Walser

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