Broglio im VallemaggiaMeine »kleinen Schreibübungen«

»Kleine Schreibübungen« sind sie, meine Erzählungen. So jedenfalls nenne ich sie mitunter. Zwischen einzelnen Geschichten besteht zwischen einzelnen ein Zusammenhang, auch wenn er nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Erzählungen entstehen bei mir selten »plötzlich«: da ist eine Idee, der ich nachgehe; manchmal wird eine völlig andere Geschichte daraus als jene, von der ich ursprünglich glaubte, dass sie das Resultat wäre. Beispielsweise hatte ich ein Motiv im Kopf, seit Jahren: am Ort der Handlung war ich vor knapp vierzig Jahren einmal und seither nie wieder.

Dort spielt »SehnSucht«, doch war dies nicht die Geschichte, die ich ursprünglich schreiben wollte. Als ich mich erneut mit diesem Grundmotiv beschäftigte, wurde »Am See« daraus. Und beim dritten Versuch entstand »Jakob, der Hausdiener«.

Vergleicht man diese Erzählungen miteinander, wird man kaum dahinter kommen, dass ein einziges Erlebnis vor so langer Zeit (das ich in diesen drei Geschichten noch nicht einmal verwendet habe!), angereichert mit späteren Erlebnissen, Begegnungen mit Menschen und – im Falle von »Jakob« – einem noch früheren Ereignis, nämlich aus meiner Primarschulzeit, der späte Auslöser aller drei Erzählungen war.

Und derselbe frühe Gedanke, der mich zu »Jakob« animiert hat, führte nun zu »Die Notizen des Verstummten«, wiederum ohne dass dies aus dem Vergleich des Inhalts der beiden Geschichten ersichtlich würde.

Eine Rolle, wenngleich keine absolut bestimmende, spielt nicht zuletzt das Vallemaggia im Tessin, wo ich seit 2012 zeitweise lebe und schreibe.

Walser

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