deinSeinEr hat es mir schwer gemacht, dieser Felix Amboden

Ja, er hat es mir ausgesprochen schwer gemacht, dieser Felix Amboden. Verstockt war er, nicht mehr richtig leben wollte er, aber auch nicht sterben, langweilig war er, es gab nichts zu berichten über ihn, und er beabsichtigte nicht, mir etwas zu erzählen, und wenn er es trotzdem tat, dann schien mir, er flunkere, was das Zeug hielt, bloss um nichts preisgeben zu müssen von sich. Als ich ihn antraf, lag er mit geschlossenen Augen im Bett und liess sich nicht dazu bewegen, sie zu öffnen. Und das an einem Samstagmorgen. Im Bett einer Frau!

Sofern er nicht selbst das erfunden hatte.

In monatelangem Bemühen habe ich immer mehr von ihm und über ihn erfahren, ich habe nicht schlafen können wegen ihm, und es hat mich dieser Felix Amboden bis in meine Träume hinein verfolgt. Langsam, sehr langsam gelang es mir jedoch, mich seinem Sein anzunähern. Und je mehr ich über ihn nachdachte, je mehr ich in sein Leben, in sein Denken und Fühlen vordrang, desto sympathischer wurde er mir. Weil ich einiges begriff. Auch wenn ich gewisse Dinge, Gedanken, Vorkommnisse und Unterlassungen nur streifen werde, weil ich ihm versprochen habe, darüber zu schweigen, so gut es halt geht.

Zum Schluss tat es mir leid, mich ganz zu Beginn meiner Reise zu ihm auf ein bestimmtes Ende seiner Geschichte festgelegt zu haben, und ich suchte nach einem Ausweg für ihn. Für diese Geschichte. Für mich.

Walser

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